Insolvenz der City BKK

Die City BKK hat als erste gesetzliche Krankenversicherung Anfang Mai Insolvenz angemeldet. Die pflichtversicherten Mitglieder haben bis zum 14. Juli Zeit eine andere Kasse zu finden, freiwillig bei der City BKK Versicherte haben hierfür bis zum 30. September Zeit.

Der Wechsel ist theoretisch denkbar einfach: es reicht einen formlosen, persönlich unterschriebenen Brief mit Name, Adresse und gewünschtem Eintrittszeitpunkt per Post oder Fax an die neue Krankenkasse zu schicken. Die neue Krankenkasse werde dann das neue Mitglied anschreiben und alle weiteren Formalitäten in die Hand nehmen – so der Spitzenverband der Krankenkassen.

Die Praxis sieht jedoch leider völlig anders aus. Tatsächlich kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Versicherten der City BKK bei anderen gesetzlichen Krankenkassen nicht erwünscht sind; der Wechsel wird unnötig erschwert, die Versicherten fühlen sich häufig abgewimmelt.

Wechsel gestaltet sich als schwierig

Vergangenen Mittwoch berichteten die Zeitungen, dass z.B. ein Wechsel in die AOK nur möglich sei, in dem die Versicherten in Berlin persönlich eine Geschäftsstelle der AOK in Weißensee aufsuchen, diese hat nur dienstags bis donnerstag geöffnet, angeblich nur für vier Stunden. Auf dem Gehweg vor der AOK Geschäftsstelle herrscht ein Menschenauflauf, es gibt nur fünf Stühle – eine Dame berichtete nach stundenlangem Anstehen, wieder weg geschickt worden zu sein, der AOK Mitarbeiter habe ihr erklärt, dass sie nicht alle notwendigen Unterlagen für den Wechsel mitgebracht hätte – sie müsse nochmal wieder kommen, da sie ihre Steueridentifikationsnummer nicht zur Hand gehabt hätte.

Teilweise wird den verunsicherten Versicherten von anderen gesetzlichen Krankenkassen erklärt, dass der Wechsel schwierig sein könne, da unter Umständen die neue Versichertenchipkarte nicht früh genug fertig werden würde oder nicht sichergestellt sei, dass Behandlungen nahtlos fortgesetzt werden könnten.

Politik schaltet sich ein

Auf Grund diverser Beschwerden, hat sich jetzt die Politik eingeschaltet – wenn sich am Umgang mit den Versicherten der City BKK nichts ändert, müsse beraten werden, ob und welche Konsequenzen daraus gezogen werden – es ist im Gespräch die Vorstände per Gesetz in die Haftung zu nehmen.

Alle Krankenkassen müssen, mit Ausnahme der Privaten Krankenversicherungen, Versicherte der City BKK aufnehmen – der Wechsel ist bis zum 14. Juli möglich und bis dahin haben Versicherte der City BKK auch in ihrer alten Kasse Anspruch auf medizinische Behandlung.

Beschwerden werden von folgenden Stellen entgegen genommen:
Bundesversicherungsamt unter der Telefonnummer: 0228 – 61 90 oder per EMail poststelleatbva.de
Patientenbeauftragte – sie berät wochentags von 10 – 14 Uhr unter 030 – 90 25 20 10 oder per EMail patientenbeauftragteatsenguv.berlin.de

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